Verglichen mit früher haben wir in der Medizin doch schon einige Fortschritte gemacht, auch wenn wir noch lange nicht am Ende sind. Vieles lässt sich diagnostizieren und mit einem Namen versehen. Davon wiederum ist vieles therapierbar und wenn nicht heilbar, dann zumindest einzudämmen. Natürlich gibt es verschiedene Therapieansätze und Möglichkeiten die aber auch von der Art der Erkrankung/en abhängt, weswegen es auch etwas dauern könnte die Richtige zu finden.
Man könnte es mit Medikamenten probieren, körperliche Verausgabung oder mit Hilfe einer Couch inmitten eines schönen Büros. Sollte diese Couch jedoch aus schwarzem Kunstleder bestehen und das schöne Büro eher spärlich eingerichtet sein… Dann würde ich lieber davon abraten und empfehlen noch einmal neu über den Besitzer zu recherieren.
Kommen wir aber mal langsam zum Punkt.

„Einmal zum Mitnehmen, bitte!“
– Was denn überhaupt?
Das liegt ganz in Ihrer Hand. Doch beschäftigen wollte ich mich heute mit ein paar wenigen Upgrades für die eigene Psyche.
Psychische Erkrankungen liegen momentan sehr im Trend. Niemand möchte hinterherhinken, niemand möchte ausgegrenzt werden, niemand möchte einem Trend nachjagen, wenn das Mitlaufen doch eigentlich so einfach war.
Und bitte… Wer möchte schon „nur“ unter einer popeligen Depression leiden?
Wie bereits im oberen Absatz erwähnt, gibt es zur heutigen Zeit vieles was sich benennen lässt und somit eine große Auswahl. Alle zu erwähnen und aufzuzählen würde jedoch Ewigkeiten dauern, also suchen wir uns einfach ein paar schöne heraus.
Je nach Bedarf fällt die Auswahl wie immer etwas anders aus. Empfehlen könnte man aber z.B. eine doch schon ausgeprägte Borderline-Störung. Mit ihr kann man eigentlich nichts falsch machen. Sie hält sich schon lange in den Trends. – Wer also gerne mal ein bisschen Abwechslung möchte und auf Spontanität steht wird sehr gut damit fahren! Sie werden so wandelbar wie nie zuvor sein. Gerade noch glücklich? Kein Problem! Nur einen Moment Geduld und es wird sich ändern.
Wem das nicht reicht, wer es aufpäppeln möchte und auch sonst sein Fleisch eher blutig mag, könnte es mit dem SVV als Symptomatik-Upgrade aufpolieren.
Ebenfalls schon länger im Trend und gerade bei (jungen) Mädchen nicht unbeliebt: Die bulimische Essstörung. Gerne auch mal frei nach dem Motto – „Erst klotzen, dann kotzen“.
Denke ich aber mal an mein eigenes Umfeld, fällt mir ein wie oft ich gesagt bekomme das man einsam sei. Zugegeben: Ich bin fühle mich auch gerne so, obwohl ich doch eigentlich eher der Einzelgänger-Typ bin und immer war. Nun gut.
Die Gründe für eine solche Einsamkeit sind natürlich ganz verschieden.
Vielleicht ist man schüchtern, besitzt keine Kompromissbereitschaft, stellt Ansprüche welche man selbst nicht erfüllt, … Möglicherweise wird man aussortiert, weil man sich die erhöhten Preise vieler Lokale nicht mehr leisten kann und einfach wegfällt. Andere wiederum haben bereits eine Sozialphobie erworben und können nicht anders. Das nur mal als Beispiel.
Im ersten Moment würden mir ein paar, vielleicht passende Erkrankungen gegen eben diese Einsamkeit in den Sinn kommen.
Möchte man einfach mal die Zügel aus der Hand legen, ein wenig abschalten und jemand anderen für sich bestimmen lassen, OHNE gleich ein Koma verursachen zu müssen? Dann wäre eine DIS/MPS vielleicht eine gute Wahl. „Sharing & Caring“ – Wenn andere Share-Modelle auch funktionieren, warum dann nicht auch eines für den eigenen Körper? Man hat vielleicht nicht den gewünschten Kontakt zueinander, aber es bleibt die Gewissheit das immer jemand an seiner Seite ist.
Wie wäre es mit einer schizo-affektiven Störung?
Oh. Nein. Moment…
Meines Wissens nach darf man diese gar nicht mehr diagnostizieren. Vergessen wir das also und wenden uns lieber den anderen zu.
Man könnte sich z.B. auch für eine Paranoia (Hihihi, merkste selbst?) entscheiden.
Sich einfach mal wichtig fühlen, die Blicke auf sich spüren und ab Verlassen der Wohnung das Gesprächsthema Nr. 1 sein! Unbekannte Stimmen und ihre Ansichten hören, vielleicht ein paar neue Geräusche? Ab und an mit jemandem reden, der physisch nicht einmal anwesend ist. Je nach Auslage ist das eine mehr, das andere weniger vertreten.
Wird einem das zu viel, bleibt immer noch der Versuch sich mit dem Gedanken daran zu beruhigen, dass es nichts als Einbildung ist. Tief im Inneren wäre es einem immer noch bewusst.
Das ist vermutlich auch der ausschlaggebende Punkt, durch welchen sich eine Paranoia von einer Schizophrenie unterscheidet. Zumindest habe ich es mir so sagen lassen.
Anders als noch von vielen geglaubt hat die Schizophrenie nicht viel mit einer multiplen Persönlichkeit zu tun. Dafür gibt es, wie bereits erwähnt, die DIS/MPS.
Wem die Paranoia nicht ausreicht und wer sich an den Gedanken stört immer noch zu wissen das man eigentlich nach wie vor noch einsam ist, der wertet sie lieber zur Schizophrenie auf.
Es würde zwar einige Zeit zur Eingewöhnung brauchen und der Versuch nicht durchzudrehen, welcher fehlschläge, wäre auch etwas zermürbend, aber was macht das schon!
Nicht nur, dass jeder Gegenstand und jede Halluzination zu einem waschechten Gesprächspartner werden kann, nein, sie kann auch behilflich sein, wenn es darum geht den Erstkontakt zu unseren Mitmenschen herzustellen.
Feste Überzeugung sorgt dafür, das einen fast nichts daran hindert.
Es ist vielleicht nicht die beste Entscheidung ins Gespräch zukommen indem man jemanden mit Vorwürfen und Fragen danach bombardiert, warum er einen verfolge oder über einen sprach. Trotzdem bleibt ein Gespräch ein Gespräch und wer weiß: Vielleicht entwickelte sich daraus eine Freundschaft, nachdem sich die Verwirrung und Angst gelegt hatte. Vielleicht traf man sich mal wieder/öfter, auch wenn es nur vor Gericht war.

Selbst wenn keiner dieser Vorschläge der passende für Sie wäre, würde sich etwas anderes finden lassen.
Für die, die sich jedoch gerne von anderen abheben, empfehle ich am liebsten die mittlerweile doch eher seltene Glückseligkeit.

Wer sich nun angegriffen fühlt und/oder denkt ich sei ein Unmensch, weil ich mich über so etwas ernstes lustig mache, dem kann ich nur sagen:
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH – Ja, vermutlich bin ich ein Unmensch, doch du hast den Sinn nicht verstanden.